VBC HOW
Fotoquelle: Stefan Lorenz
Fotoquelle: Stefan Lorenz
Nach einer etwas längeren Spielpause, die erfreulicherweise nicht nur aus gemütlicher Regeneration bestand, sondern auch mit Trainings gefüllt wurde, stand für HOW 2 am Samstagabend wieder Ernstkampf auf dem Programm. Es war der Auftakt zu einer intensiven Woche: drei Spiele innert sieben Tagen. Gewinnt HOW die ersten beiden, wartet am kommenden Freitag der grosse Showdown gegen Tabellenführer Fully 2 um die Meisterschaft.
Mit dieser Perspektive im Hinterkopf machte sich die Mannschaft gut gelaunt auf den Weg nach Flanthey. Die Anreise verlief ohne winterliche Überraschungen. Eine sichere Fahrt in die Unterwalliser Berge – fast schon ein Luxus, nachdem es im Februar noch einmal ordentlich geschneit hatte.
HOW startete furios in die Partie und machte von Beginn an klar, dass man die Mission „Finalspiel ermöglichen“ ernst nimmt. Besonders im Service wurde sofort Druck aufgebaut. Allen voran die Sprungservices des Topscorers mit der Nummer 1 sorgten auf der gegnerischen Seite für sichtbar erhöhte Pulsfrequenz.
Die Annahme bei HOW stand solide, der Passeur konnte das Spiel sauber verteilen und die Angreifer versenkten ihre Bälle zuverlässig im Feld der Gastgeber. Kurz gesagt: Das Spiel lief genau so, wie es sich der Coach vorgestellt hatte, der momentan nebenbei daran arbeitet, seine Karriere als Mittelblocker wieder etwas in Schwung zu bringen.
Flanthey fand kaum Mittel gegen den druckvollen Auftritt der Oberwalliser, und so ging der erste Satz deutlich und verdient mit 25:16 an HOW.
Im zweiten Satz wurde dann munter rotiert. Auch Spieler mit bisher überschaubarer Einsatzzeit durften aufs Feld und zeigen, dass sie nicht nur fürs Training mitgereist waren. Der Start verlief allerdings deutlich weniger souverän. Die Annahmen wurden etwas wackliger, der Spielaufbau litt darunter und auch am Netz konnte weniger Druck erzeugt werden. Flanthey witterte seine Chance – und wurde dabei lautstark unterstützt. Für ein 2.-Liga-Spiel war die Halle Louche bemerkenswert gut gefüllt, und die Fans der Heimmannschaft machten ordentlich Stimmung.
Der Satz entwickelte sich entsprechend enger als HOW lieb war. Der Coach griff tief in die Trickkiste – beziehungsweise ins Timeout-Kontingent – und verbrauchte vorsorglich sämtliche verfügbaren Unterbrechungen. Offenbar mit Erfolg, denn in der entscheidenden Phase fand HOW wieder den Rhythmus.
Mit ein paar wichtigen Punkten in der Schlussphase und einer guten Portion Durchatmen sicherte sich HOW den Satz mit 26:24. Ein Durchgang, der deutlich mehr Nerven kostete als ursprünglich geplant.
Für den dritten Satz stellte HOW wieder auf die Formation aus dem ersten Durchgang um – und plötzlich sah das Spiel auch wieder entsprechend geordnet aus. Die Annahmen stabilisierten sich, der Spielaufbau funktionierte wieder flüssiger, und die Angriffe fanden erneut zuverlässig ihr Ziel.
Gleichzeitig nahm aber auch die Lautstärke in der Halle weiter zu. Die Fans der Heimmannschaft trugen ihre Mannschaft mit viel Einsatz durch den Satz und sorgten für eine Atmosphäre, die man in dieser Liga nicht alle Tage erlebt. HOW blieb jedoch ruhig und nutzte die Situation gewissermassen als Vorbereitung für die kommenden Spiele unter Druck.
Auch taktisch wurde nachgeschärft. Vom Coach kam die klare Ansage, bei schwierigen Angriffssituationen vermehrt mit Finten in die freien Ecken zu arbeiten. Das setzte HOW grösstenteils sehr gut um. In einer Szene wurde ein Pass übers Netz allerdings etwas gar grosszügig als Finte interpretiert – ein kreativer Ansatz, der vermutlich noch etwas Feinschliff verträgt.
Davon abgesehen spielte HOW den Satz souverän zu Ende und gewann mit 25:18. Der Sieg war damit in trockenen Tüchern.
HOW gewinnt den ersten wichtigen Match dieser intensiven Woche verdient mit 3:0 und startet damit optimal in die entscheidende Phase der Meisterschaft.
Für Flanthey endet die Saison hingegen bereits. Nach fünf absolvierten Spielen steht zwar kein Sieg zu Buche, doch angesichts der beeindruckenden Fanunterstützung scheint die Stimmung im Verein dennoch intakt zu sein. Das zeigte sich auch nach dem Spiel: Die Gastgeber liessen sich nicht lumpen und servierten ein reichhaltiges Apéro, dass jedem Anwesenden ein zufriedenes Lächeln ins Gesicht zauberte.
Für HOW war es damit ein rundum gelungener Abend: ein wichtiger Sieg, gute Stimmung – und der perfekte Start in eine Woche, die am Freitag möglicherweise im grossen Finale gegen Fully 2 gipfelt. Die Bühne dafür ist jedenfalls vorbereitet.