VBC HOW
 

Fotoquelle: Stefan Lorenz

, Werlen Diego

Mit dem Zug Richtung Final – HOW 2 bleibt auf Titelkurs

VBC Sion 1 - VBC HOW 2

Die Intensivwoche von HOW 2 ging in die zweite Runde – diesmal mit einer kleinen Zugreise nach Sion. Die Motivation war gross: Mit einem Sieg konnte man sich das grosse Finalspiel um die Meisterschaft sichern. Das Kader präsentierte sich dabei leicht dezidiert: Im Mittelblock herrschte beinahe Überangebot, während man auf der Diagonalposition etwas improvisieren musste und im Aussenangriff nur eine klassische Option zur Verfügung stand. Doch der Spielercoach ist bekanntlich ein Freund kreativer Lösungen – und davon sollte es an diesem Abend einige geben.

 

Wie so oft begann HOW 2 zunächst mit einer kurzen Orientierungsphase. Man musste sich auf das Spiel einstellen, die Laufwege sortieren und vermutlich auch kurz prüfen, ob nach der Zugfahrt noch alle Knochen an der richtigen Stelle waren. Doch diese Phase dauerte nur kurz.

Schnell begann die Oberwalliser Maschine zu laufen – und zwar erstaunlich rund. Mit druckvollen und gezielten Services setzte HOW den Gegner früh unter Druck. Besonders der Libero von Sion hatte sichtlich Mühe mit der Annahme, was den Spielaufbau der Gastgeber zunehmend chaotisch wirken liess. Ihre Angreifer warteten teilweise vergeblich auf brauchbare Bälle.

Auf der anderen Seite des Netzes konnte HOW hingegen variieren, als hätte man an diesem Abend das gesamte taktische Repertoire im Gepäck. Angriffe über die Mitte, Diagonalbälle und clevere Lösungen über Aussen – alles schien zu funktionieren. Trotzdem blieb der Satz lange spannend, bevor HOW in der Schlussphase den entscheidenden Gang höher schaltete und sich den ersten Durchgang mit 25:19 sicherte.

 

Zu Beginn des zweiten Satzes kam Bewegung in die Aufstellungen. Sion versuchte mit einer Rochade auf der Passposition neuen Schwung ins Spiel zu bringen. HOW hingegen konnte sich glücklich schätzen, gleich drei nominelle Passeure im Kader zu haben – auch wenn der Hauptpasseur aufgrund seines rebellierenden Rückens vorsichtshalber auf der Bank blieb. Schliesslich wartet am Freitag ein noch grösserer Brocken.

Die beiden anderen Spielmacher erledigten ihre Aufgabe jedoch souverän. Trotz ungewohnter Konstellationen fanden die Angreifer immer wieder Lücken im Block der Gastgeber. Auch Spieler auf eher ungewohnten Positionen fanden schnell ihren Rhythmus und konnten ihre Angriffe erfolgreich abschliessen.

Besonders erfreulich war zudem die Rückkehr des lange kniegeplagten Mittelblockers, der offenbar beschlossen hatte, sein Comeback gleich mit einer kleinen Gala zu feiern. Sion hingegen wurde in diesem Satz regelrecht überfahren. Die Oberwalliser spielten sich in einen kleinen Rausch und entschieden den Satz deutlich mit 25:13.

 

Mit zwei gewonnenen Sätzen im Rücken spielt es sich bekanntlich etwas entspannter – und genau das nutzte HOW 2 für einige Wechsel. Die Intensivwoche fordert ihren Tribut, und die Routiniers im Team wissen genau, dass man mit den Kräften haushalten muss. Schliesslich ist man zwar erfahren, aber auch nicht mehr ganz taufrisch.

Der Start gelang dennoch gut, doch plötzlich fand sich HOW in einem kleinen Loch wieder. Oder anders gesagt: Sion gelang es tatsächlich, sich eine Führung von drei Punkten zu erspielen. Ein kurzer Moment der Unordnung also – nichts, was man nicht mit einem altbewährten Mittel lösen könnte.

Der Hauptpasseur durfte daher doch noch ins Spiel eingreifen. Und siehe da: Das Spiel der Oberwalliser fand wieder seinen Rhythmus. Angriff um Angriff setzte sich HOW durch und übernahm wieder die Kontrolle über das Geschehen.

Der gute Spielfluss schien dabei sogar ansteckend zu sein. Der Libero, der ohnehin einen ausgesprochen starken Abend erwischte, liess sich plötzlich zu einem Rückraumangriff hinreissen – eine Szene, die auf beiden Seiten des Netzes für hochgezogene Augenbrauen sorgte. Der Schiedsrichter taxierte die Aktion zwar als Fehler, weil die Füsse nicht ganz regelkonform den Boden berührten, doch das allgemeine Schmunzeln in der Halle zeigte: Dieser Moment hatte eindeutig Unterhaltungswert.

Am Ende brachte HOW den Satz souverän mit 25:20 nach Hause und machte den 3:0-Auswärtssieg perfekt.

 

Mit diesem Sieg steht HOW 2 nun bei 40 Punkten und übernimmt damit die Tabellenführung vor Fully 2. Doch das grosse Finale der Saison steht erst noch bevor – und ausgerechnet gegen diesen direkten Konkurrenten.

Am Freitag reist HOW 2 nach Fully, wo beide Teams um die Meisterschaft kämpfen werden. Die Ausgangslage ist klar: Fully benötigt einen Sieg mit drei Punkten, während HOW bereits zwei gewonnene Sätze zum Titel reichen würden.

Doch wer die Mannschaft kennt, weiss: Rechnen ist nicht ihre Lieblingsdisziplin. Viel lieber gewinnt man das Spiel einfach selbst. Und genau das wird HOW 2 auch versuchen – wenn möglich wieder mit druckvollen Services, cleveren Angriffen und vielleicht sogar einem weiteren Libero-Angriff. Diesmal dann vielleicht regelkonform.