VBC HOW
 

Fotoquelle: Stefan Lorenz

, Werlen Diego

Der Weg ist vollbracht – HOW 2 im Cupfinale

VBC HOW 2 - VBC Fully 2

Endlich war er gekommen, der Tag, an dem sich vergangenes Missgeschick in neues Gelingen wandeln sollte. Im ehrwürdigen Rund der heimischen Halle versammelte sich eine stattliche Schar geneigter Zuschauer, wohl angezogen von der milden Anspielstunde wie auch von der Verheissung eines packenden Kräftemessens. HOW 2 erschien wohlgerüstet und in beinahe erlesener Besetzung, ja gar mit zwei Liberos versehen – ein Umstand, der selbst kundige Beobachter in leises Staunen versetzt hätte.

Ein leicht versehrter Mittelblocker indes hielt zunächst Hof am Rande des Geschehens, nicht müssig, sondern als musikalischer Herold, welcher mit wohlgewählten Klängen die Halle in ein vibrierendes Erwartungsbeben versetzte.

 

Und siehe, HOW hub an mit solchem Nachdruck, dass dem Gegner aus Fully kaum Zeit zum Atemholen verblieb. Die Aufschläge flogen wie wohlgezielte Pfeile, liessen den Aufbau der Gäste in Unordnung geraten und zwangen sie zu mancherlei Verlegenheit.

In der Feldabwehr wirkte das Heimteam sicher und von ruhiger Hand geleitet, während im Angriff die Bälle mit Nachdruck und einer gewissen Unbarmherzigkeit in das gegnerische Feld getrieben wurden.

Einzig im Blockspiel zeigte sich noch Raum zur Vervollkommnung – doch wer wollte darob klagen, alldieweil das Punktekonto sich zusehends zugunsten der Oberwalliser füllte. Mit 25:12 ward der erste Satz beschlossen, ein Auftakt ganz nach Wunsch.

 

Das Volk auf den Rängen frohlockte, und die Stimmung nahm Züge eines kleinen Festes an. Fully indes sann auf Wandel und stellte seine Reihen neu, doch HOW liess sich nicht beirren.

Die Annahme geriet wohlgeordnet, der Passeur verteilte die Bälle mit Umsicht und beinahe spielerischer Eleganz. Die Angreifer vollstreckten mit sicherer Hand, während die Mittelblocker durch kluge Laufwege und geschicktes Täuschen den gegnerischen Block in mancherlei Verwirrung stürzten.

So ward Punkt um Punkt errungen, und mit 25:15 ging auch dieser Durchgang an die Hausherren – ein Bild wohlgefügter Dominanz.

 

Doch ach, der kundige Beobachter weiss: Ein Spiel gegen diesen Gegner ist erst vollendet, wenn der letzte Punkt errungen ist. Und so trat ein, was sich bisweilen ereignet, wenn der Sieg zu nahe scheint.

HOW wechselte, gönnte den Einen Musse und den Anderen Gelegenheit, sich zu bewähren. Die Unterwalliser hingegen stellten abermals um und fanden tatsächlich zu neuer Stärke. Die Annahme ward sicherer, das Spiel mannigfaltiger, und so fanden auch listige Finten ihren Weg in die Lücken der Oberwalliser Reihen.

Bei Gleichstand ward eine kurze Rast eingelegt, man sammelte sich und suchte den rechten Geist – doch es sollte nicht reichen. Mit 24:26 entschwand der Satz den Händen der Gastgeber, und ein leiser Zweifel schlich sich ein.

 

Nun aber läuteten bei HOW die inneren Glocken. Die Aufstellung ward abermals geordnet, die Sinne geschärft. Fully, im Aufwind, blieb unverändert und hielt dagegen.

Es entspann sich ein Ringen, das an Würde und Intensität einem Halbfinale wohl anstand. Kein Punkt ward verschenkt, jeder Ballwechsel mit Ernst geführt. Selbst auf den Rängen wurde das Geschehen mit wachsender Anspannung verfolgt – insbesondere von jenem seit geraumer Zeit verletzungsbedingt fehlenden Abwehrstrategen, dessen Nerven sichtbar auf die Probe gestellt wurden.

Beim Stande von 20:20 griff HOW zu einem letzten, wohlbedachten Mittel: Der angeschlagene Mittelblocker trat ins Feld. Und siehe da, seine Wirkung war unmittelbar. Mit kraftvollen Angriffen über die Mitte brachte er die gegnerische Ordnung ins Wanken.

Ein kurzer, entscheidender Lauf – und plötzlich stand es 24:20. Der letzte Punkt ward mit sicherer Hand vollstreckt. Das Werk war getan.

 

So zieht HOW 2, nach mancherlei Mühe aber mit verdientem Erfolg, in den Cupfinal ein. Die Freude ist gross, die Erleichterung spürbar, und die Mannschaft lässt sich von ihren treuen Anhängern feiern, als hätte sie soeben ein kleines Stück Geschichte geschrieben.

Doch schon wirft die Zukunft ihre Schatten voraus: Am 2. Mai zu Sion wartet mit Martigny ein Gegner von Rang. Die Aussicht, sowohl Meisterschaft als auch Cup zu erringen, verleiht dem kommenden Spiel besondere Schwere.

Man darf gewiss sein: HOW wird sich wappnen, auf dass auch dieses Kapitel (endlich) zu ihren Gunsten geschrieben werde.